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Index - Ludwigshafen - Stadtgeschichte Teil 3

Die Flur des Hemshofes


Die Grenzen des Hemshof waren in der frühen Zeit nicht immer klar auszumachen. Die Äcker und Wiesen weitläufig und durch die allzu rasche Entwicklung der Stadt in der späteren Zeit war in den Plänen der Stadt, der Hemshof auch nicht immer genau ersichtlich. Wer früher von der Stadtmitte kommend über das Viadukt zur Arbeitersiedlung Hemshof ging, in die Großen Wohngebiete, die erstreckten sich vom ehemaligen Hauptbahnhof am Viadukt bis nach Friesenheim, im Westen von der Bahnlinie bis nach Oggersheim und im Osten bis zum Rhein. Für viele war nach dem Viadukt der Hemshof. In alten Plänen vom 18. Jh den sogenannten Renovationsplänen zeigen uns, das die Hemshofflur, den größten Teil des Stadtteil Nord, einen Teil des Hauptfriedhofes, des Schlachthofviertels und der Stadtmitte umfasste.
Vor dem 30jährigen Krieg bildete auch die Gräfenau ein Stück des Hemshofes, ebenso „das Wörth“ am Mannheimer Rheinufer gelegen, bei dem es überhaupt nicht klar war, ob damit ein Teil der  Rheinschanze gemeint war oder die im Fluss gelegene Insel. Die an der Rheinschanze bezeichnete Kriegswörth, war aber eindeutig der Mannheimer Gemarkung in den (Mundenheimer Weistum von 1556) zugeordnet.
Ein tiefer Wassergraben, der Rennwiesen oder Altrheingraben, später unter Schleusergraben, der das Wasser aus dem sumpfigen Altrheingebiet über die Schrebergärten im Norden von Mundenheim und den angrenzenden Bruchwiesen zum Rheine brachten. Dieser verlief in Richtung der Deutschen Strasse und Rohrlachstrasse, führte durch das grosse Rohrloch, um dann durch die Seilerstrasse in scharfen Biegungen in die Kanalstrasse einzumünden und ihr bis zum Rhein folgte. Er wurde später durch einen unterirdischen Kanal abgelöst. Der Riedgraben, war damals mit dem Rennwiesengraben in Verbindung, hier wurde das Wasser im damaligen Hindenburgpark gesammelt und floss durch den Riedsaum, um westlich von Friesenheim in den Rhein zu fliessen.
Wege und Straßen waren in der Hemshofflur wenige benannt. Die Frankenthaler Strasse erst 1743 erbaut, die in gerader Richtung bis in die Kaiser-Wilhelm-Straße reichte. Den Gräfenauer Weg, der an der Heinigstrasse abzweigte, war von hier aus die Hoffstraße oder auch der Weg nach Friesenheim genannt. Vom damaligen Postplatz aus, lief neben den Rheinwiesengraben der gleichnamige Deich als Weg (heute Rohrlachstrasse) dieser folgen wir bis zur Dreifaltigkeitskirche kommen zum Rollesweg und bei der Apostelkirche zum Riedweg, so stand es verzeichnet. Innerhalb der Hemshofkolonie ging der Rennwiesenweg fast bis zur damaligen Rupprechtstraße ( später Ostmarkstrasse) und diese liefen dann parallel bis nach Friesenheim. Die Rupprechtstraße lief weiter zum damaligen Hindenburgpark, den Rheinwiesen. Hier hatten auch die Hemshöfer Bauern ihre Wiesen, was die Hemshöfer Wald und Weide genannt wurde und dem Kurfürstlichen Schloss zugehörig war.
Man kann davon ausgehen, das die Hälfte dieser Flur Acker war, dieser schloß auch die Rennwiesen ein und der von der damaligen Ziegelei Holz oder Bolz zur Blücherstraße reichte. Ein weiterer grosser Wiesenbesitz war in der Petersau, im sogenannten Schlangenwinkel.
Die Bestandsbriefe aus der Zeit vor dem 30jährigen Krieg geben die Grössenordnung des Flures an.
415 Morgen Ackerland
25 Morgen Rennwiesen
25 Morgen Riedwiesen
130 Morgen Wiesen in der Petersau gehörten den Hemshof 71 Morgen
Was insgesamt 536 Morgen ausmachte.
Die Längen- und Flächenmaßen waren meist regional verschieden, so konnten Ruten in anderen Regionen Deutschlands gravierend anders zu bewerten sein.
Wenn man vom damaligen Bayern ausgeht:
Bayern Tagwerk              3.407m²               400 QR quadratruten
Rute      =             15           Fuß        ≈             4,3892   m
 Ein Morgen (Mg) war ein bis etwa 1900 in Deutschland verwendetes Flächenmaß von 1906 bis 11780 Quadratmetern.
Das Maß wurde durch jene Fläche bestimmt, die mit einem einscharigen Pferde- oder Ochsenpflug an einem Vormittag pflügbar ist. Der Morgen wurde meist als Rechteck mit Seiten einer geraden Anzahl lokaler Ruten festgelegt, da beim Pflügen das Wenden möglichst vermieden werden sollte.
Das Flächenausmaß des Morgen war regional sehr verschieden, lag aber meist bei einem fünftel bis halben Hektar (2.000 bis 5.000 m²). In Norddeutschland waren auch Morgen von 6.000 bis 9.000 Quadratmeter in Gebrauch, in den Marschen bis 11.000 Quadratmeter. Mit der Festsetzung im späten 19. Jahrhundert entsprachen im Deutschen Reich vier Morgen einem Hektar, weshalb Ersterer zur Abgrenzung von traditionellen Maßen auch Viertelhektar (vha) genannt wurde.
1791 wurden die Größenzahlen in den Renovationsprotokoll folgend notiert
Haus, Hof und Garten    15 Morgen 2 Viertel 9 Ruten
Ackerfeld                           288 Morgen 1 Viertel und 28 Ruten
Wiesen                                               82 Morgen 1 Viertel und 6 Ruten
Weiden                               194 Morgen       und 34 Ruten
Jeder Hofbeständer besaß hiervon ein Viertel, also 108 Morgen 1 Viertel. Im Gemeinwirtschaftlichen Besitz waren Wald und Weide mit 147 Morgen, auch die Wege und Dämme waren gemeinwirtschaftlich. Größenordnung 18 Morgen und 3 Viertel.
Umgerechnet nochmals zu unseren heutigen Feldmaßen umfasste der Hemshof 225 ha
Mit der großen Flurbereinigung, welche die Franzosen nach der Besitzergreifung des linken Rheinufers unter Einsetzung ihrer Departements-, Arrondissements- und Munizipalverwaltungen um das Jahr 1800 vornahmen, kam auch das Ende der Selbständigkeit des Hemshofs. An der Stelle der kurfürstlichen Verwaltung kam die Domänenverwaltung, die Bauern wurden nun Eigentümer, mussten aber den eigentlichen Pachtzins an die nun zuständige Gemeinde abführen. Der Hemshof wurde Friesenheim zugeordnet, der Gemeindeverwaltung waren auch die Bürger nun unterstellt. Die zur Hemshofflur gehörigen Ländereien wurden ebenfalls  Friesenheim zugeordnet. Hof und Flur waren nun ein Ortsteil von Friesenheim. Die Umschreibung und Eingliederung geschah bei der Aufstellung des Lagerbuches (heute Grundbuch) in der Zeit vom 21. Februar bis 1. April 1803
Aber dieser alte Grenzverlauf war nochmals Thema bei der Stadtgründung von Ludwigshafen. Zur Bildung der selbständigen Gemeinde Ludwigshafen, die bereits 1843 nach dem Anlaufe des Handelsplatz Rheinschanze, durch die  bayrische Administration von dem damaligen König Ludwig der 1.  angeordnet wurde, war die Schaffung eines eigenen Gemeindeverbandes die Voraussetzung. Dieses war nur möglich durch die Abtrennung von Gemarkungsteilen der Gemeinden Friesenheim und Mundenheim, die ja beide an der neuen jungen Siedlung teilhatten. Die Verhandlungen der Gemeinderäte über Jahre führte zu nichts. Endlich im Jahre 1853 kam es dazu, dass die ehemaligen Flurgrenzen des Hemshofs dazu gezogen wurden und als Banngrenze bestimmt wurden. Nur das Wald- und Weidegebiet des Hemshofs, das Opfer teils durch den Rheinstich wurde und zur Neckarmündung wurde ausgenommen. Mit der Eingliederung Friesenheims zu Ludwigshafen 1891 fiel auch diese Grenze wieder und heute zeigt kein Grenzstein mehr deren Verlauf.

Index - Ludwigshafen - Stadtgeschichte Teil 1 Die ersten Jahre - Stadtgeschichte Teil 2 Frühzeit und Mittelalter - Stadtgeschichte Teil 3 Der Flur des Hemshofes - Stadtgeschichte Teil 4 Name, Strassen, Plätze -

 

 

 

 

 

 

 
 
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