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Pfalz

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MYM - Pfalz - Mundart

Roadstory durch die Pfalz

 

Ein herber Dialekt, aber Lustig, lacht Sandra eine Tramperin, die ich bei einer meiner Reisen ein Stück im Auto mitnahm. Mein altes Navi war damals noch in der Lage, die Navigation in verschiedenen Sprachen und unter anderem auch auf P(f)älzisch anzusagen. Die weibliche Stimme klang wie eine Mischung aus Joy Fleming, die sich dem Kurpälzischen widmet und Chako Haberkost, der diesen Dialekt lebt.

Sandra lachte bei jeder Ansage und meinte, das ist ja ein Dialekt "...uffbasse...do muschd jetzt glei abbiesche.." oder " Ei Du Hammel, haww ich der ned grad gsat du muschd abbiesche.., rumdrehe awwer flott..."oder "Ei Sawwerlott nochmol, des hoschd gudd gemacht, mer sin akumme, es sei gedrummelt und gepiffe.." oder so ähnlich.

Für Sandra war es der erste Kontakt mit "pälzisch" und ich lud sie nach dem Urlaub noch ein, ein paar Tage, in die Pfalz zu kommen. Ich erklärte ihr am Telefon, dass wir hier nur pälzisch babbeln, schunschst verschdehn uns die Leit net. Sandra katapultierte sich schon wieder in einen Lachanfall. Da wir jetzt schon öfters telefoniert hatten, konnte sie einiges schon verstehen.

Für Sandra machte ich erst einmal ein Art - Notfallwörterbuch, wo sie die ersten hundert wichtigen Wörter nachlesen konnte, damit sie am Monnemer Bahnhof artikulieren kann. Nachdem Sandra in Mannheim ankam, fragte sie einen der Bahnmitarbeiter, an welchem Gleis die S-Bahn nach Speyer fährt. Die Antwort des Bahnmitarbeiters war klar. "...Do Nuff, dann Nunner, dann Niwwer, dann wieder Nuff uff des Gleis 1...." Also war das für Sandra bewaffnet mit meinem Wörterbuch erst Mal kein Problem zu verstehen. " Da lang, dann die Treppen hinunter, dann da hinüber, am Gleis 1 wieder hinauf..." Sie sagte dann auch ordentlich dangschäh, also Dankeschön. Der Schaffner rief ihr noch nach, awwer net vergesse in Schifferstadt, werd de Waggon umgekoppelt und der Vordere fährt noch Neisschad und de hinnere noch Schbeier. Das hatte sie wiederrum nicht ganz so kapiert und gegen 14.00 Uhr rief sie mich an und sagte, sie wäre nun in Neustadt, es ist sehr schön hier.

Während ich mich nun anzog, bat ich Sandra sich in eine Gaststätte zu setzen, ich hole sie dort ab. Von Speyer fährt man nicht all zu lange zum Neischdäder Bahnhof, so kam ich zwanzig Minuten später an. Ich rief Sandra an, dass ich auf dem Vorplatz parke, sie könne herauskommen. Ich höre nur, ein dumpfes Hallo und ein gellendes Pfeiffen halt durch das Telefon..Verbindung getrennt...Was issen do jetzt widda bassiert? Noch ä paar Minute, ruft Sandra wieder an, sorry wir waren im Tunnel. Tunnel, was fern Tunnel, froch ich? Ähm ja, ein Eisenbahntunnel kam es zögerlich. Was für ein Tunnel? is des ä Kneipp oder was? Wär jo ok, wenn jemand soi Kneipp Tunnel oder sogar Bahnhofstunnel, nennen würde. Wiederholtes Pfeifen, wie der von ännere Dampflock. Ja sache mol Sandra, hoggschd Du im Zug? Was meinst Du? Ob Du im Zug sitzen tust. Ja, sorry, da war ein Schild Kukucksbähnel, Restaurant Wagen und da dachte ich, das wäre eine Gaststätte. Als ich mir ein Getränk bestellt hatte, pfeifte es und es machte einen Ruck und dann fuhren wir los. Kuckucksbähnel ruf ich, das fährt doch in ä ganz annerie Rischdung, in de Pälzer Wald. Ich versuche den Pfeifton aus meinem Kopf zu verbannen und rufe ins Telefon, wart ihr schon im Lombrecht oder seid ihr schun driwwer? Häh, was meinst du, Drüben, fragt Sandra? Nä driwwer, sach ich. Ich känn nur Drüben..vom Osten komm ich her, antwortet Sandra...Nein, ob ihr schon in Lambrecht gehalten habt, da solltest Du womöglich aussteische und ich däd do hikumme. Wir haben vorhin mal gehalten, ich frage mal den Kellner. Erfeschdäh, meint er glaube ich, ist der nächste Halt. Soll ich da aussteigen?... Ich übelege, war ich schon jemals in Erfeschdäh? ja steig da aus, irgendwie werde ich da schon hinkommen. Die Stross an Eschdel vorbei, kumm ich dann noch Erfeschdäh. Der Bahnhof ist beschaulich und wirklich nicht all zu groß. Auf dem Bahnsteig und auch in der Bahnhofsgaststätte war kä Sandra. Handy ans Ohr, wo bischden? Keine Ahnung, wir fahren noch, meint Sandra. Sollte der Zug noch gar nicht da sein? Ja war ihr noch net in Erfeschdäh? Nein, muss aber bald kommen, sagt Sandra, in Erfenstein, das klingt so ähnlich sind wir grad driwwer. Do häddschd doch aussteige solle und net weiterfahre. Du hast gesagt Erfeschdäh und nicht Erfenstein und ich dachte das wäre es noch nicht. Guuut, sag ich, was ist den die nächste Station? Brädeschdäh, sagt der Schaffner.. Brädeschdäh? was sollen des soi. Egal steig einfach aus und warte auf mich am Bahngleis, während ich auf meinem Navi Brädeschdäh eingebe..finde Bredesteh ...links vun Warschau...suche weiter. Auch wenn mein Navi pälzisch spricht, ist die Eingabe immer noch sehr konventionell und Brädeschdäh oder so ähnlich, gibt nur Driwwe im Oschde, awwer net in de Palz. Awwer mer sin jo schlau und guggen wie die Bahn fährt, die Gleise noch - AHA Breitenstein!!!..und manchmal könnt ich naus wo kä Loch ist. Brädeschdäh ist Breitenstein und während das Navi nun den richtigen Text hat, rufe ich Sandra an und sage ihr, dass der Ort Breitenstein heißt und dort werden wir uns treffen und sie soll egal wie der Kollege den Ort ankündigt, äffach aussteische. Ok, ich habe Hunger sagt Sandra, können wir in Brädestein was Essen. Ich gugg ämol beim Maps, sag ich ihr, obs do ä Lokalität gibt, warte mol. Mach aber schnell sagt Sandra und mit einem hellen pfeifen...der bremst schon. Schunn, froch ich? Nein Schon und der Ort ist das Breitenstein. jaja, sach ich und on Brädeschdäh gibts ähn Bahnhof, awwer sunschd nix. Da steht Forsthaus Breitenstein, ist das was? Ich steig mal aus und schaue, es wird ja nicht so weit sein, kommst du da hin? Ja, des schaff ich grad noch, sach ich. Was meinst du, ich werde es schaffen, da hin zu kommen. Ok, treffen wir uns am Forsthaus, sagt Sandra. Die L499 am Speyerbach is gudd zu fahre, etwas Verkehr vun de Ausflüchler, so erreiche ich mein Ziel um 10.00 Uhr, ah do is des Schild Forschdhaus Brädeschdäh. ich fahre in die Totekoppstross noi, ach wie bin ich die gern mim Mopped frieher gfahre.. die Totekoppstross, die dann am Hambacher Schloß vorbei, Serpentinenmässisch noch Maikammer geht. Wenn die Sandra Bock hodd, känne mer die joh mol widda fahre, kann ich ihr glei mol zeige, wo die deutsche Demokratie gebore wurd. Ich biesch nun ein zum Forschdhaus. Sieht faschd noch dungel aus, ähn klänne Koffer steht de vor mim Zettel. Hallo Tom, das Forsthaus hat noch zu, deswegen bin ich zur Burg hoch, da soll heute offen sein, bitte verstaue mein Koffer im Auto und komm nach, Sandra. Frog mich was fer Bursch? Ein Wanderer schlappt vorbei und ich froog ihn, wo do äh Bursch is? Ah die Bursch Brädeschdäh sacht er, die is do de Buggel nuff. mercie sach ich ihm, kann ma do mim Auto nuff? Er glotzt mich nur bled ah, und sacht, du hoschd doch zwä gesunde Fiess. Allah Gudd, verstaue Sandras Gepäck im Auto und latsche den schmale Berschwesch zur Bursch Brädeschdäh. Die Berschschuh haww ich zwar heit net ah, awwer die Turnschlappe tuns ach. Der Wald hodd ziemlich gelitte, verdorrte Fichte stehen do rum, dodefier aber Esskaschdanie, die kläne Kaschdanie sammel und ess ich gern. Grad im Spätjohr, da is in der Palz Hochsaison, Woi, Käschde und Feschde, wenn es ä guddes Johr war. Die Bursch Brädeschdäh les ich grad im Schmartfon, wurde 1246 erbaut und 1470 zerschdörd. Obs do was zu esse gibt? Zwanzig Minute später erreiche ich die Restmauern der Bursch. Ein paar Kletterer seilen sich gerade an um die Mauern hoch zu klettern. Wo sollen do ä kneip soi, froch ich mich un wo ist den die Sandra? Keine Spur....

Fortsetzung folgt..

 

 

 

 

 

 

Was die Sache mit der Sprache, bzw mit dem Dialekt noch etwas schwieriger macht, ist die Dialektik der Nordpfälzer, gegenüber den Südpfälzer und je weiter wir uns in Richtung Westen, dem Saarland weiterbewegen, kommt noch der Dialekt aus Kaiserslautern dazu, der sich gegenüber dem Saarländischen Dialekt aber trotzdem unterscheidet. Aber der Grundwörterschatz ist gleich oder ähnlich, überall. Wenn man näher zu den Grenzen kommt, dann vermischt sich die Sprache. Kommen wir Richtung Trier, dann klingen viele Wörter Rheinisch, oder auch Kölschähnlich, aber Trier ist ja auch Rheinland-Pfalz und nicht die Pfalz, deshalb dieser Dialekt. Die Pfalz selbst waren ja nach den verschiedenen Kriegen, länger Französisch besetzt und die Pfalz gehörte auch mal zu Bayern. Dieses internationale Sprachgewirr vermischt mit den Grenznahen Dialekten, erzeugte dann immer wieder neue Sprachen und so wuchs der Grundwortschatz in der Pfalz ins unermessliche und man streitet sich schon mal, ob man das Eine nun so oder Anders ausspricht.

Grundwörterbuch Pälzisch

 

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