MYM

Pfalz

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MYM - Pfalz - Mundart

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Roadstory durch die Pfalz

Ein herber Dialekt, aber Lustig, lacht Sandra eine Tramperin, die ich bei einer meiner Reisen ein Stück im Auto mitnahm. Mein altes Navi war damals noch in der Lage, die Navigation in verschiedenen regionalen Sprachen und unter anderem auch auf P(f)älzisch anzusagen. Die weibliche Stimme des Navi klang wie eine Mischung aus Joy Flemming, die sich dem Kurpälzischen Gesang widmete und Chako Habekost, der diesen Dialekt weiterhin lebt.

Sandra lachte bei jeder Ansage und meinte, das ist ja ein Dialekt "...uffbasse...do muschd jetzt glei abbiesche.." oder " Ei Du Hammel, haww ich der ned grad gsat du muschd abbiesche.., rumdrehe awwer flott..."oder "Ei Sawwerlott nochmol, des hoschd gudd gemacht, mer sin akumme, es sei gedrummelt und gepiffe.." so oder so ähnlich, klang es aus dem Nawwi.

Für Sandra war es der erste reale Kontakt mit "pälzisch" und ich lud sie ein, nach dem Urlaub ein paar Tage, in die Pfalz zu kommen. Ich erklärte ihr am Telefon, dass wir hier nur pälzisch babbeln, sunschd verschdehn uns die Leit net. Sandra katapultierte sich schon wieder in einen Lachanfall un ich denk mer, des kann jo heiter werre. Da wir öfters telefoniert hatten, konnte sie aber schunn einiges "pälzisch" verstehen. Für Sandra erarbeitete ich erst einmal ein Art - Notfallwörterbuch, wo sie die ersten hundert wichtigen Wörter nachlesen konnte, damit sie am Monnemer Bahnhof, wo schunn Kurpfälzisch gesprochen wird, sich auch artikulieren kann.

Der Tag kam, als Sandra in Mannheim ankam, sie fragte auf dem Bahnsteig einen der Bahnmitarbeiter, ab welchem Gleis die S-Bahn nach Speyer fährt. Die Antwort des Bahnmitarbeiters war klar. "...Do Nuff, dann Nunner, dann Niwwer, dann wieder Nuff, uff des Gleis 1...." Also war das für Sandra, bewaffnet mit meinem Wörterbuch, erst Mal kein Problem zu verstehen. " Da lang, dann die Treppen hinunter, dann da hinüber, am Gleis 1 wieder hinauf..." Sie sagte dann auch ordentlich "dangschäh", also Dankeschön. Der Schaffner rief ihr noch nach, awwer net vergesse in Schifferstadt werd de hinnere Wache abgekoppelt und der Vordere fährt noch Neisschad, de Hinnere noch Schbeier. Das hatte Sandra wiederrum nicht ganz so kapiert und gegen 14.00 Uhr rief sie mich an und sagte, wie schön es doch in Neustadt wär.

Hunnsdunnerwedder, was machts denn in Neischdad? Während ich nun moi Schlappe azog, bat ich Sandra, sich solange in die Bahnhofsgaststätte zu setzen, ich hole sie gleich ab. Von Speyer fährt man iwwer die Bundesstroos nicht all zu lange zum Neischdäder Bahnhof, so kam ich zwanzig Minuten später dort an. Ich rief Sandra an, dass ich auf dem Vorplatz parke, sie könne nun herauskommen, höre nur ein dumpfes Hallo und ein gellendes Pfeiffen durch mein Telefon..Verbindung getrennt...Was issen do jetzt widda bassiert? Noch ä paar Minute später, ruft Sandra wieder an, sorry wir waren im Tunnel. Tunnel, was fern Tunnel, froch ich? Ähm ja, ein Eisenbahntunnel, kam es zögerlich. Was für ein Tunnel? is des ä Kneipp oder was? Wär jo ok, wenn jemand soi Kneipp Tunnel oder sogar Bahnhofstunnel, nennen würde, nix degesche. Wiederholtes Pfeifen, wie der von ännere Dampflock. Ja sache mol Sandra, hoggschd Du im Zug? Was meinst Du, frocht die Sandra? Ob Du im Zug sitzen tust, froch ich nochmol? Ja, sorry, kommts kläglich, da war ein Schild Kukucksbähnel, Restaurant Wagen und da dachte ich, das wäre eine Gaststätte. Nachdem ich mir ein Getränk bestellt hatte, pfeift es, macht einen Ruck und dann fahren wir los. Kuckucksbähnel ruf ich, das fährt doch in ä ganz annerie Rischdung, in de Pälzer Wald. Ich versuche den Pfeifton aus meinem Kopf zu verbannen und rufe ins Telefon, wart ihr schon im Lombrecht oder seid ihr schun driwwer? Häh, was meinst du mit Driwwer? Drüben, fragt Sandra? Nä driwwer, sach ich. Ich känn nur Drüben..vom Osten komm ich her, antwortet Sandra, etwas zuu melodisch für mich...Nein, ob ihr schon in Lambrecht gehalten habt, da solltest Du womöglich aussteische und ich däd do hikumme. Wir haben vorhin mal gehalten, ich frage mal den Kellner. Erfeschdäh, meint er glaube ich, ist der nächste Halt. Soll ich da aussteigen?... Ich überlege, war ich schon jemals in Erfeschdäh? ja, steig da aus, irgendwie werde ich da schon hinkommen. Die Stross an Eschdel vorbei, kumm ich dann noch Erfeschdäh. Der Bahnhof ist beschaulich und wirkt nicht all zu groß. Auf dem Bahnsteig und auch in der Bahnhofsgaststätte war kä Sandra. Handy ans Ohr, wo bischden? Keine Ahnung, wir fahren noch, meint Sandra. Sollte der Zug noch gar nicht da sein? Ja wart ihr noch net in Erfeschdäh? Nein, muss aber bald kommen, sagt Sandra, in Erfenstein, das klingt so ähnlich sind wir grad driwwer, lacht se noch hinerher. Do häddschd doch aussteige solle und net weiterfahre. Du hast gesagt Erfeschdäh und nicht Erfenstein und ich dachte das wäre es noch nicht. Denke mir bleib ruhig Brauner..Guuut, sag ich, was ist den die nächste Station? Brädeschdäh, sagt der Schaffner.. Brädeschdäh? was sollen des soi. Egal steig einfach aus und warte auf mich am Bahngleis, während ich auf meinem Navi Brädeschdäh eingebe..finde Bredesteh ...links vun Warschau...suche weiter. Auch wenn mein Navi pälzisch spricht, ist die Eingabe immer noch sehr konventionell und Brädeschdäh oder so ähnlich, gibt nur Driwwe weit im Oschde, awwer net in de Palz. Awwer mer sin jo schlau und guggen wie die Bahn fährt, die Gleise noch - AHAA Breitenstein!!!.. manchmol könnt ich naus wo kä Loch is. Brädeschdäh ist Breitenstein und während das Navi nun den richtigen Text hat, rufe ich Sandra an und sage ihr, dass der Ort Breitenstein heißt und dort werden wir uns treffen und sie soll egal wie der Kollege den Ort ankündigt, äffach aussteische. Ok, ich hab Hunger sagt Sandra, können wir in Brädestein was Essen. Ich gugg ämol beim Maps, sag ich ihr, obs do ä Lokalität gibt, warte mol. Mach aber schnell sagt Sandra und mit einem hellen pfeifen...der bremst schon. Schunn, froch ich? Nein "Schon" und der Ort ist das Breitenstein. jaja, sach ich und in Brädeschdäh gibts ähn Bahnhof, awwer sunschd nix. Sandra sagt: Da steht Forsthaus Breitenstein, ist das was? Ich steig dann mal aus und schaue, es wird ja nicht so weit sein, kommst Du da hin? Ja, des schaff ich grad noch, sach ich. Was meinst du, ich werde es schaffen, da hin zu kommen? Ok, treffen wir uns am Forsthaus, sage ich zu Sandra. Die L499 am Speyerbach is gudd zu fahre, etwas Verkehr vun de Ausflüchler, so erreiche ich mein Ziel um 10.00 Uhr, ah do is des Schild Forschdhaus Brädeschdäh, murmle ich. Ich fahr in die Totekoppstross noi, ach wie bin ich die gern frieher mim Mopped gfahre.. Ich biesch nun ein zum Forschdhaus ab. Sieht faschd ä bissel dungel aus, ähn klänne Koffer steht de vor mim Zettel. Hallo Tom, das Forsthaus hat noch zu, deswegen bin ich zur Burg hoch, die soll heute offen sein, verstaue bitte mein Koffer im Auto und komm nach, in Liebe Sandra. Frog mich was fer Bursch? Ein Wanderer schlappt vorbei und ich froog ihn, wo do äh Bursch is? Ah die Bursch Brädeschdäh, sacht er, die is do de Buggel nuff. Mercie sach ich ihm, kann ma do mim Auto nuff? Er glotzt mich nur bleed ah, und sacht, du hoschd doch zwä gesunde Fiess. Allah Gudd, verstaue Sandras Gepäck im Auto und erwandere den schmale Berschweg zur Bursch Brädeschdäh. Die Berschschuh haww ich zwar net ah, awwer die Turnschlappe tuns ach. Der Wald hodd ziemlich gelitte, verdorrte Fichte stehen do rum, dodefier aber viel Esskaschdanie, die kläne Kaschdanie esse ich joh gern, Fichte haww ich noch net probiert. Grad im Spätjohr, da is in der Palz Hochsaison, Woi, Käschde und Feschde, wenn es ä guddes Johr war. Die Bursch Brädeschdäh les ich grad im Schmartfon, wurde 1246 erbaut und 1470 zerschdörd. Obs do was zu esse gibt? Zwanzig Minute später erreiche ich die Restmauern der Bursch. Eine Klettererin seilt sich gerade an, um die Mauern hoch zu klettern. Wo sollen do ä Kneip soi, froch ich mich, un wo ist die Sandra? Keine Spur....

 

Des Forschdhaus hodd zu, sacht die Ähnd, die sich gerade aschickt die alde Maure hochzuklettre. Hawwen se ä Fraa gsehe, mit blonde Hoor, so 1.75 groß froch ich die Kletterin. Do war do ähni, sacht die Kletterin, die wollt do vorne ins Burchreschdaurand. Die hodd awwer ähn Zettel an die Deer gemacht, ähr Händy wär leer un sie geht mit zwä annere Fraue, niwwer zum Sportverein, die hawwen heit offe. Ich geh zum Reschdaurand und do hängt tatsächlich ähn Zettel. Tom, die Gaststätte hat zu, mein Händyakku ist leer, mein Magen inzwischen auch und ich muss ach ämol dringend uff Toilett. Da sind die Karin und die Gaby, die gehen zum Sportclub, die haben heute offen, kannst du bitte nachkommen, sorry für die Umstände, aber ich muss auch ganz dringend. Drunner war ä Herz gemolt und bis gleich Deine Sandra. Das Herz und das Deine Sandra, ließ meinen Fluch im Keim erstigge. Ich schaue wieder auf mein Schmartphon und iwwerlech, ob ich erschd des Auto hole soll oder bis zum Sportverein zu Fuß gehe, des Erschdere wär jo besser, do hädd ich mehr schpäder ähn Weg geschpard unn muss net mit de Sandra zurigglaafe. 1.SC Schlorzestubb Gaststätte geöffnet steht uff de Webseit. Na wenigschdens hawwen die offe und 1800 mtr Fusswech. Des is net weitzu de Gaschdstätt rufts von der Mauer, in zeh Minudde bischd dort. Die Fraa am Seil machd äh guddi Figur, schnell schafft sie es ohne weiteres die owwere Mauer zu erreiche unn sitzt nun uffem Mauerschdäh und losst die Bähn bamble. Ich schdeh unne unn sach, do bischd awwer schnell do hoch gekrawwelt. Die Iwung machts lachtse herunner, willschd`s mol probiere? Ich iwwerlech noch, frieher bin ich mol am Bärebrunnerhof am Säl hochgezoche worre, des war schunn Johre her und moi Watzmannbesteichung is ach schunn nimmer wohr. Ich kanns mol probiere sach ich mudisch, die Sandra werd halt mol warde misse. Do unne liecht noch ähn Klettergurt, den kannschd aziehe, ruft die Fraa vun owwe. Die erschde Meter gehen gudd, dann werds ä bissel brenzlicher - ich hacke mich mit dem Seil ein und schaff die Streck bis nuff, dann doch ganz gudd, setz mich newwer die Fraa. Na, des hodd joh noch gudd geklappt, sagt die Fraa, ich bin die Annie, grinst sie. Tom stell ich mich ihr vor. Nun sitz mer uff de Mauer unn guggen iwwer de Pälzer Wald, man kann vunn hier aus Neischdad sehe, sagt die Annie und des do hinne is schunn Landach. Was fer äh schähni Aussicht, sag ich. Bisch Du vun do, froog ich etwas neigierich. Nä sachte se, ich kumm vunn do driwwe und streckt ihren Arm in die östliche Richtung. Bloss net, denk ich mer, die werd doch net ah vun driwwe soi, ähni reicht mer fer de dach. Vum Oschde? froch ich nicht mehr ganz so freudisch. Nedd ganz so weit, lacht die Annie, vunn Mudderstadt. Ah Mudderstadt ruf ich un wink ab, des is joh grad newwer mir. Wieso, wu kummschdn du her, frocht se? Ah vunn Schifferstadt, sach ich. Ah des is jo newwe drah, sinn mer faschd Nachbarn, grinst sie. Die Sunn steht jetzt fast schunn in de Midd, langsam krieg ich ach Hunger, sach ich. Ja, was esse kännt ich ach. Ich fahr niwwer zum Sportclub, kannschd jo mitfahre wenn willschd. Alla hopp sachtse, wenn doi Fraa nix degege hodd. Ich verzicht uff ä Antwort und sag, kumm mer laafen ans Auto.

Annie hat ihr eigenes Cabriolet dabei und sagt, fahrschd mer am beschde hinnerher, ich känn äh Abkürzung durch de Wald, is zwar net ganz die foin Art, awwer do sin mer schneller. Sie fährt ä Stück die Bundesstroß entlang und noch äh paar Meter gehts äh Schotterpischd noi, grad so, dass äh Auto durchbasst - dann werd es etwas holpricher und durch de Rege der die Dache war, stehen do noch äh paar Wasserpitsche. Mon dieux, do spritzt des Wasser. Frieher bin ich als mol Ralley gfahre, do hodd des richdisch Spaß gemacht, aber meiner war grad geschdern noch in de Waschstroos, des hodd sich gelohnt, denk ich mer noch, während des Cabrio vor mir erschde mol, die nächst Wasserpitsch nimmt, etwas im Wasser absaggt und dann mit etwas viel Tempo das Vorderteil wieder hochkummt und ein neunzich grad Winkel einnimmt - es will sich gerade wieder in die Horizontale schdelle, da senkt es sich einmal nach links, einmal nach rechts und das Auto steht jetzt schräg in der Pfütz und es geht nix mehr. Annie trohnt uff ihrem Fahrersitz owwe und die Beifahrerseit ist faschd in dem Loch verschwunne. Ohje, denk ich mir, do werd ohne Traktor nix gehe, des kann joh noch heiter wäre. Ich angel mich zwische Pfütz und Wald zum Auto hi und froch obre was bassiert is. Außer das moi Auto halber verschwunne is, eigentlich nix, grinst sie ironisch. Do helft nur de Abschlepper sach ich, des werre mer soo net rauskrieche. Driwwe am Schnorzeeck, kenn ich ähn Bauernhof, do war ich mol oikaafe, sacht die Annie, der hodd ähn Trecker. Gudd dann losse mer des Auto do unn fahren do hi und frochen ob er Zeit hodd, weil mim meim Auto rausziehe werd nix werre, der hodd zu wenich Pferde. 350 meter gehts jetzt widda mim meinem Auto riggwärts bis zur Bundesstross, puh des hawwen mehr mol gschafft, mehr fahre erschd zum Bauer und dann zum Esse.

Martin war so ein richdigger Biobauer und garnet amused, dass wir mim Auto durch de Wald fahren, awwer spädder nochdem er sein Hoflade zugemacht hodd, da könnten wir mit ihm niwwer fahre. Ok, mehr hawwen noch äh Mieding im Sportclub driwwe, mehr deden dann schpäder kumme. Ok, zwinkert er mit einem Aach zur Annie, den krieche mehr schunn naus. Was zwinkert er den die Fraa ah, denk ich mer noch, des geht jo net. Ich nehm ihren Arm und sach, kumm wir missen los.

Den Sportclub erreiche mer zwanzisch Minute schpäter und das Restaurant war für die Uhrzeit gut gefüllt. Sandra, na endlich seh ich sie inmitten von mehreren Frauen, die alle im Sportdress zusammensitzen. Sandra sieht mich und steht uff, kummt uff mich zu. Tom endlich und sie nimmt mich in den Arm und küsst mich mit einem Blick auf Annie. Sandra hat mich vorher noch nicht geküsst, wir waren ja nur ein Stück auf Reisen zusammen. Ähm, sach ich etwas verwunnert, des ist die Annie, sach ich und stelle ihr Sandra vor. Bist Du nicht die Kletterin von der Bursch oben, bin jetzt etwas überrascht, das ihr euch kennt. Die Palz is halt äh Dorf, sach ich etwas lapidar, was gibtsen zu Esse do? Der Volleyballclub vunn SC Schnoorze begrüßt uns, her wo kummten ihr her, frocht die Karin, die sich als die Schbielführerin ausgibt, sozusache de Käptn. Des ist die Annie aus meinem Nachbardorf Mudderschdad unn ich bin vunn Schifferschdad. Ah Schifferschdad ruft nun äh annerie, bischd beschdimd in Deine Jugend Ringer gewese. Nä, lach ich, hab Handball und Fussball gschpielt, noch Schifferschdad bin ich erschd schpäter kumme. Während ich mer die Lewwerknepp mit Sauerkraut unn Baurebrod schmecke loss, froch ich die Mädels ob se im Träning sinn, ja mer hawwen morche ä Freinschaftsspiel gesche Schlurzebach, hän awwer des Problem, dass die Krischdel net midmache kann, die hodd ä Darmgribb unn jetzt fehlt uns ä Middspielerin....unn do kumm ich ins Spiel, grinst die Sandra. Wieso Du, froch ich jetzt? Ah, ich hab früher bei SC Turbine Teltow Volleyball gschbielt unn die Mädels hawwen mich gfrocht ob ich mitspiele det. Stimmt des Karin, froch ich? Awwer hoschd du iwwerhaupt Sache debei? des hawwen mer alles, sagt die Karin, Schportschuh hodd die Sandra im Koffer, sacht se. Du hoschd doch mein Koffer mitgenumme frocht, die Sandra? ja nadierlich, der is im Kofferraum, sach ich. Wann issen des Schbiehl? Morsche um Zweh Uhr treffe mer uns, fahren vunn do aus niwwer. Habt er genuch Autos, froch ich? Ja unsern Trainer hängt ä Roll drah, unn des is immer spassich. Ok, do bring ich eich die Sandra morche do her, sach ich. Es wär besser, wenn die Sandra heit bei mir schloofe ded, sacht die ähnd Fraa, die sich nun als Gaby vorschdelld, do kennte mehr heit noch ä bissel zusamme trainiere unn Du kannschd der morsche Zeit losse mittem herkumme. Ok sach ich, wenn des so is, hätt mich awwer schunn uff ähn gemeinsame erschde Owwen gfrät. Annie guggt mich etwas stutzisch ah...ich bremse mich unn sach ihr, dess erkläre ich Dir nochher.

Annie und ich sind wieder zu Martin gefahren, springt schunn ämol uff der Traktor uff, ich kumm glei. Er holt noch eine schwere Stahlkett und schwingt sich ach uff de Trecker, kurze Zeit später haben wir den Waldwech erreicht...Do seid ihr durchgfahre? glotzt er uns ungläubisch ah. Annie machte ein schuldbewusstes Gesicht, Martin grinst aber, den kriege mehr schunn naus. Der schwere Cabrio war ä guddes Stigg oigsaggt. Martin und ich begutachteten, was mer mache können. Scheinen irgendwelche Bachwutze dort gegrawwe zu hawwe, mähnt de Martin, desweche sind do so Kuhle, die man dann ned sieht, wenns länger gerechent hodd. Wir machen die Kett`an die Ahängerkupplung und der Martin fahrt vorsichtich zurigg, Tom gugge mol ob die Kett stramm is und die Annie soll sich noi setze. Ä paar minudde später war das Cabrio frei, awwer de Kotfliegel vorne hodds ä bissel gelidde, etwas noigedriggt und schleift am Rad. Des kann ich uffem Hof repariere sacht Martin, der werd jetzt ä bissel rausgezoche und zieht vorsichdig de Kotfliegel widda naus. Mer fahren langsam zum Hof zurigg und de Martin sacht, des muss er awwer in ruh mache, awwer net heit owwend, do hodd er noch training. Mer sollen des Auto stehe losse un morsche nochmols kumme. Ok sach ich, ich muss morsche eh nochmols in die Geschend und de Annie bot ich ah, sie nachhaus zufahre. Oh dang der schäh, sacht die Annie und morsche kannschd mich do widder do mid hernemme? Ajoh sach ich, so mache mers. Annie packt ä paar Sache aus ehrm Auto, unn mer fahren Rischdung Mudderschad zurigg.

Des is awwer cool, loschd doi Fraa äffach bei Fremde Leit schloofe? Naja, sach ich, des is garnet moi Fraa. Oh, ich wollt net indiskret wäre, duckt sich Annie wech. Die Fraa, sach ich weider, haww ich vor kurzem, wie ich in Griecheland mim Audo unnerwechs war midgenumme, die hodd do getrampt, wart ich schalt moi Navi oi. Brauchsd ned, ich kann der de Wech sage, mänt die Annie. Horsch zu, des Navi sprecht pälzisch, erwiddere ich, unn die Sandra is vum Oschde und hodd sich schäpp gelacht wie se des ghert hodd. Do haww ich se oigelade mol in die Palz zu kumme unn heit isse akumme.... Soo is dess, grinst die Annie, unn laaft do was mit eich? Näh, sach ich, die is nur zu B`such. Des hodd sich awwer vorhin bisserl annerschder agsehe. grinst die Annie. Ich wäß ach net, sach ich, was die nun geridde hodd, vorher is do nix geloofe, ich habse mim Auto midgenumme, irschendwu abgsetzt und zwämol dehäm middre telefoniert. Unn was hodd se do im Wald gemacht, frocht die Annie weiter...Ich seufz und grins , des is äh langi Gschichd.

Annie wohnt am Rand vun Mudderschdad, ich halt vor ihrm Haus, sie bleibt noch ähn Moment sitze und sacht, des war joh ähn Dach heit, erschd Doi Fraa...wir lachen...dann des Auto halwwer versungge und dann noch de Martin, der war joh kloor unn dass der mir so schnell helfe konnt und Dei Fraa...wir grinsen wieder..., is die glei ins Volleyballteam vunn Schnorzeck uffgenumme worre. Annie gibt mer ihr Visidekärdel unn sacht, do schdehd mei Handynummer druff, des Volleyballschbiel is um Zwäh Uhr, solle mer dann gesche ähnse do hi fahre? Ja is gudd, ich hol Dich dann um ähnse ab. Sie gibt mer ähn Kuss uff der Bagge unn verschwindet in ihrm Haus. Schpäder telefonier ich noch mit Sandra. Des war ein Tag berichtet auch Sandra, erst mit dem Lokomotiv`chen hier in den schönen Pfälzer Wald, dann mit den Volleyballerinnen trainiert, die haben auch einen kuhlen Trainer und die Mädels sind auch ganz Knorke. Morgen haben wir das Spiel gegen den Nachbarort, des is hier Tradition. Wir fahren alle mit dem Traktor niwwer, uff ähner gschmiggte Roll, dann wird gespielt und gefeiert. Die beiden Dörfer feiern immer zusammen. sachtse und frocht was ä Roll is. Roll oder Rolle häßen hier die Ahänger, die man an einen Traktor anhängt. So lief das Gespräch mit der Sandra eher iwwer die Palz als mit uns unn irgschendwie war mir des ganz recht so.

Um ähnse hol ich die Annie ab unn frooch ob se mit zum Volleyball will odda erschdemol zum Auto. Ah ich däd schunn gern mol weschem Audo gugge unn dann zum Volleyball mitkumme, dann wisse mer do Bescheid. Zum Martinshof brauche mer äh guddi halwwi Stunn un Annie unn ich erzählen ä bissel vom Lewe, Schaffe, Freizeit unnsoweidda. Sie schafft beim Dokder unn in ihre Freizeit dud se gerne koche. Ähn feschde Freund hat se net zur Zeit, des war alles was ich Wisse wolld, denk ich mer. Es iss ä luschdisch Gschpräch bis mer uff dem Baurehof waren, awwer de Martin war gar net do, nur soi Mudda, die im Hoflade war unn verkaafe dud. De Martin ist beim Sport, awwer ehr Auto is ferddisch, muss noch äh bissel trockne, er hodd de Kotfliegel nochlackiere misse. Die Mudda vum Martin macht ähn nette Oidruck, do in de Scheier steht er. Sie macht des Scheierdoor uff unn do wo normal de Trecker steht, steht nun de Cabrio wie aussem Ei gepellt, frisch gebutzt unn vum Ufall sieht mer faschd nix mer. De Lagg is noch nedd ganz drogge, desweche soll er noch bisheit owwend Trockne, zwä Heizstrahler helfen des ganze zu beschleunige. Des hodd er awwer gudd hikriecht ehr Sohn, staunt die Annie. Ja de Martin is joh gelernter Karrosseriebauer, awwer nochdem es in `lautre Probleme mim Werk gewwe hodd, hodd er des Karrosserie gschdriche, awwer de Bauer is gebliwwe, schdudierd nun Ökonomie, unn des scheint ihm Schbass zu mache. Sie flüstert etwas, soi domolischi Freundin is abghaue, fer die war des nix des Landlewe, die war halt äh Schdadkind un des Bio und Land des war nix fer se. Des is ach äh Umschdellung, sacht die Annie. Sieht so aus als werre mer noch zusamme zum Volleyball fahre, ist Dir des Recht, frocht se mich? Unn wie mer des Recht war. Ach sie fahre zum Volleyball noch Schnurzebach, frocht die Mudda? ja, sach ich, äh Freundin von uns schbielt do mit. Ah do werren se ach de Martin treffe, der is ach beim Volleyball. Des trifft sich jo gut, mer kummen dann schpäter wieder, unn verabschieden uns vun de Mudda. Was machden der Martin beim Volleyball? froch ich mich eher selbschd, wie die Annie. Vielleicht hodd er äh neie Freundin dort, waren joh schunn ä paar nette Mädels debei, grinst die Annie? Scheint Annie egal zu sein, ob der Martin äh Freundin hodd, denk ich mer unn regestrier des fer mich als Pluspunkt.

Vunn Schnorrzeck geht die Bundesstross kerzgerade ähn Kilometer noch Schnurzebach, die beide Ortschafde waren mit einer Gewerbeansiedlung auf der ähne Seid in Schnurzebach und ähnere neie Siedlung uff der annere Seid am Schnorrzeck schunn faschd schunn zusammegewachse, sinn aber wesche zwää verschiedene Landkreise geografisch getrennt. Des Schnorrzeeck gehört zur Germarkung Südliche Woistross unn Schnurzebach gehört zum Kreis Südwestpfalz, was wenigschends steuerlich äh Roll spielt. Daher war ein Zusammenschluß der beiden Ortschafte von den Einwohnern gewinscht, scheitert awwer an der Grenze. Schnurzebach selbschd is äh schähnes klähnes Dorf mit Fachwerkheiser, einem Marktplatz unn ähner katholischen Kirch middedrin. Nauszus noch Kneddebach gibts noch de Friedhof unn ab do nur noch Felder, die in die sanften Hügeln des Pälzer Waldes uffgehe. Ein paar große Baurehöf, prägen das ländliche Umfeld und durch die besseren Erträch aus der Gewerbesteuer, konnt sich Schnurzebach ein schönes grundsaniertes Fachwerkhaus als Rathaus leischde, was am Marktplatz angsiedelt is unn angstrahlt gern als Fotomotiv bewunnert wird, bsunnerschd wenn do de Woinachtsmarkt war.

Die Sporthall wo heit Volleyball gspielt wird, gehört zur Grundschule Schnurzebach, hier parke ich mein Auto unn entdecke de Trecker vum Martin mit einer Gschmiggten Roll. Das hier heit viel mehr los war wie sunschd, zeigt das der Schulhof als Parkplatz umfunktioniert wurde unn der schunn ziemlich zugeparkt war. Menschen vunn de Nachbarorte strömen zum Marktplatz wu heid äh Bühn mit Programm uffgebaut war. Hier zeigt die Sportjugend vun Schnurzebach unn die vum Schnurzeeck sportliche Übungen, die mit bescheidenem Interesse an den Tischen auf dem Marktplatz zur Kenntniss genumme werden, das folgende Flötenspiel der Grundschülerin Hauser Lisa, ging im allgemeinen Stimmengemurmel fast unter. Heit owwend soll awwer noch äh großi Party mit zwee Pop- unn Rockbands vunn de Region abgehe, do wird de Marktplatz gfüllt sei, unn guddi Schdimmung soi, lese ich uff dem Flyer, den uns am Oigang der Sporthall, uns jemand in die Hand driggt. Die Fauschdballer vum SV Hinterzitzenbach beenden gerade ihr Vorrundenmatch gesche die FB Lieschdershausen, die Hinnerzizzebacher gewinne das Match unn spielen nach der uns bekannten Volleyballeinlage, gesche die Roigenemer Fauschdballer, die sich knabb gesche die Kallschdäder durchgsetzt hawwen. Des Endschbiel werd nochem Volleyball ausgetrache. Do vorne schdehd jo die Gaby, die gerad dem Match abblaudiert, unn nun mim Martin, das Fauschdballnetz mit dem Volleyballnetz tauscht. Ach gugge mol do, denge mer, de Martin unn die Gaby, ob die äh Paar sinn? Hallo Gaby, Martin begrüssen wir sie, unn alles Fit? Gaby grinst, ajoh, wenn er die Sandra sucht, die is noch in de Umkleide, die werd awwer glei kumme. De Martin habter joh schunn kennegelernt, des is ibrigens ach unsern Trainer. Sandra und die annere Mädels kummen raus und die Sandra sacht uns Hallo, fällt mer um de Hals und fräht sich kolossal. Sie berichtet mir, dass sie geschdern noch lang trainiert hawwen und heit mim Martin un seinem Trecker riwwergfahre sinn, do war äh guddie Schdimmung uff dem Ahänger, äh Roll. Martin, der grad bei de Annie schdeht, schaut zu uns riwwer und guggt ä bissel komisch, wie er mich so mit de Sandra zusammeschdehe sieht, des scheintem nedd so rischdisch in de Kram zu basse. Sandra schaut aber zu ihm riwwer, grinsend winkend und er lächelt nun doch. Sandra entpuppt sich als eine hervorragende Volleyballerin, sie beherrschte das Schbiel, ihre Aufschläge unn Schmedderbälle waren für die Amateurinnen vun Schnurzebach unerreichbar, somit gewann Schnorrzeeck, ihr Schbiel mit 3:0. Das war awwer subber ablaudiere ich Sandra, woher kannschden du so gudd Volleyball schbiele? Ganz äffach, frieher mit Tetrow zwäffache Berlinner Meister, awwer fer die ganz groß Karriere hodds leider net gereicht. Martin kommt jetzt ah riwwer graduliert unn nimmt die Sandra in de Arm, des hodd joh gudd geklappt, Sandra bleibt ähn Moment länger als normal in Martins Arm, deng ich mer noch. Hoffendlich gibt des mol kän Zorres mit de Gaby. Awwer mir isses Recht, wenn sich zwäh so so gudd verschdehen. Die Fauschdballer schbielen jetzt widda unn es werd ähn harde Fight zwische de zwä Mannschafte, Sandra is mit debei unn feuert beide Teams ah, ledschdendlich holen sich die Roigenemer den Sieg; unn de Pokal gibts heit owwend uffem Feschd. Die Schporthall leert sich unn die Schpordler rahmen noch die Netze wech, geht ihr nache schunn niwwer zum Marktplatz, ruft der Martin, die Sandra unn ich dun noch ä bissel uffrahme unn de Abfall wegbringe. Aha de Abfall wegbringe, lacht die Gaby, nimmt mich unn die Annie an de Arm und mer setzen uns an die fer die Schbordler reservierten Tische uffem Marktplatz. Ich hab Hunger, sacht die Annie die Gaby unn ich gehen was am Stand hole, es gibt Brotworschd, Saumachebrötcher, Winzersteaks, Fischbrötche, Pommes unn nadierlich Woischorle. Kennschd Du de Martin gudd, froch ich die Gaby? Ja, könnt mer so sache grinst die Gaby, den kenn ich schun seid klä uff. Echt? froch ich, unn laaft do was mit eich, froch ich weiter. Ja, de Martin, den lieb ich. Oh, denke ich mir, des kann joh noch was gewwe. Sandra und Martin kummen schpäder un setzen sich uns gescheiwwer, ich werd mol was zu esse hole, sacht de Martin, kummschd mit Sandra, frocht er. Ahjo grinst die Sandra, ich bin am verhungre. Gaby riehrt sich net und kaut weiter an ihrer Brotworschd, scheintre nix auszumache, das die zwä sich ä bisserl annähern. Mol froche wo die Sandra heit schlofe will, deng ich weiter, vielleicht will se jo gar net mer zu mir unn is schunn akumme? Annie grinst mich ah und sacht, doi Fraa is awwer uff abwege und wir grinsen nun beide. Ist die Sandra mit Dir verheirat, frocht nun die Gaby überrascht und fer soi jetzige Freundin, war das eher eine ungewöhnliche Froog. Es wurde dunkler und auf der Bühn rockt schon die erste Band. Band und Fans heizen den Marktplatz ein. Das Bild werd bizzar, Sandra und Martin tanzen vor der Bühne, Annie geht nochmal Schorle holen, Gaby hockt sich zu einem der Fauschdballer und küsst ihn, der Schorle obwohl frisch, kalt und spritzig, scheint den Körper innerlich zu wärmen und verbreitet eine wohltuende Atmosphäre, mer sinn in de Palz...

 

Gibts do eigentlich Fremdezimmer, froch ich schpäder de Martin, ja sacht ach die Annie unn abrechne misse mer jo ach noch weche dem Auto. Hier im Ort gibts kä Fremdezimmer unn hämfahre mißt er eigentlich ach net, mehr hawwen geniegend Zimmer uffem Hof, ich mähn nur wenn er noch ä bissel mitfeiern wollt? Unn abrechne känne mer morsche dann immer noch. Unn wie kumme mer uff de Hof, froch ich, moi Auto muss ich wenn de Owwend so weitergeht stehe losse. Uffem Schulhof stehts sicher unn morsche hole mers dann, sacht die Gaby, die ihren Fauschdballer Rolf im Schlepptau hodd unn grad uffem Wech zum Tanze war. Ganz kumm ich mit dieser Gaby ach net mit, denk ich, erschd sachtse sie liebt ihren Martin und dann knutschtse mit dem Rolf rum, ganz geheier war mir die Sach net. Unn äh Zahberschdel haww ich ach net debei, sag ich dann. Kannschd vun mir hawwe sacht die Gaby, mehr hawwen welche agschafft fer unsre Gäschd, gell Martin? Ja nadierlich unn ihr seid oigelade, zahle mißt ihr heit fers Zimmer nix. Awwer gern, lacht die Sandra, ich würd schunn ämol gern uffem Baurehof schloofe, gibts da ach Tiere? Ich selbst bin mir noch net im klare, wie des dann mit de Zimmer werd, wer soll den da wo schloofe, awwer ich behalt mer moi Gedanke fer mich, unn hinnerfroch des jetzt ned Öffentlich. Sandra schmeißt ä rund Schorle unn ich denk mer ah, des werd schunn wäre, schpätestens noch ähm fünfte Schorle, werd die Sach sicher klarer.

Sandra schwenkt mit de rechte Hand de Pokal fer de beschde Schbieler, in dem Fall fer die Schbielerin unn in de linke Hand ähn Woischorle. Der Traktor werd diesmal vum Rolf gfahre unn wir hocken alle uff der Roll und singen ein paar pälzer Lieder. Rolf kennt alle Schlaglecher uff denne Feldweche und nur ä paar Kieh glotzen ä bissel ugläubich, wie mer am Afang vum Schnorzeeck die Mädels vum Volleyball verabschieden. Dann gehts weiter zum Martinshof. Loss alles schdehe Rolf, des mim abschmigge mache mehr morsche frieh, geh mer noch in die Weschkisch und trinke ähn Absacker, dann ab ins Bett. Ich nehm ah, dass er alle Einzelzimmer braucht, die Mudda hodd schunn alles gericht, Friehstigg gibts morsche ab de achte in de Stubb, wenn er die Trepp runnerkummt dann links. Sandra krischt des Zimmer 1, Annie des Zimmer 2 und de Tom nimmt des Zimmer 3. Gaby, Rolf und Martin schloofen im Erdgschoß unne. Die Zimmer sinn awwer alle Doppelzimmer, noi eingericht und wohl noch in de Erprobungsphase, auf dem Nachttisch, liegt ähn Flyer mit de Informationen zum Hof, dem biologischen Anbau und der ökonomischen Viehzucht. Die Privatzimmer sinn alle neu und von diesem Jahr. Die Speisekarte bietet alles was der Mensch so benötigt, faschd alles kummt vum eischene Hof. Des klingt jo schunn interessant, lewwen schun faschd autark do.

Es klopft an de Deer. Ob das die Annie is? Es war die Sandra. Hallo Tom lacht sie, die Schorle haben Wirkung, des grinse kriecht se net mer los, sie setzt sich an mein Bettrand. Fraue und Alkohol denk ich mer, die werd doch jetzt net liebesbedürftich werre, des deht mer net basse. Sie sacht, des is so schäh in der Palz, ich genießes so richtig hier zu soi. Sie lecht sich hi spreizt ihre Arme, es klopft schunn widda unn Sandra ruft ohne uff moi Reaktion zu warte, ja? Annie steht in de Deer, oh sachtse ich wollt net störe, awwer hosch Du äh annerie Zahcreme, wie die selbschdgemacht Zitrone-Mango? Komm doch auch ins Bett, lallt Sandra, do isses so schäh. Näh loss mol stecke, sacht die Annie, ich will net weiter störe, die Deer rummst unn Annie is drausse. Sandra guggt mich ah und sacht, des war wohl jetzt net so gut. Nee, des war jetzt net so gut, sach ich. Es kloppt widda, es is mir jetzt ach egal unn ich ruf, ja! Martin steht in de Deer. Der schaut ach ugläubig, ach do bisch du Sandra, hab dich schunn iwwerall gsucht. Ach werklich? grinst Sandra. Ja ich wollt Dich frooche, ob du wescht was mit de Annie los is, die is wie de Deifel ewwe an mir vorbei, unn is in die Scheier naus? Solle mer mol noch re gugge gehe, frocht die Sandra, im beschde Dialekt. Hoppla deng ich, dodefier, dass se erschd ähn dach do is, hoddses awwer schun gud druff. Mer gehen in die Schdubb nunner und do sitzt des Rolf mit de Gaby eng zusamme, Gaby frocht, was machden ihr widda alle unne? Soll ich noch ähn Absagger oischenge?

 

 

Abdäd folscht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was die Sache mit der Sprache, bzw mit dem Dialekt noch etwas schwieriger macht, ist die Dialektik der Nordpfälzer, gegenüber den Südpfälzer und je weiter wir uns in Richtung Westen, dem Saarland weiterbewegen, kommt noch der Dialekt aus Kaiserslautern dazu, der sich gegenüber dem Saarländischen Dialekt aber trotzdem unterscheidet. Der Grundwörterschatz ist gleich oder ähnlich, überall, wer näher zu den Grenzen kommt, dann vermischt sich die Sprache. Kommen wir Richtung Trier, dann klingen viele Wörter Rheinisch, oder auch Kölschähnlich, aber Trier ist ja auch Rheinland-Pfalz und nicht die Pfalz, deshalb dieser Dialekt. Die Pfalz selbst waren nach den verschiedenen Kriegen, lang Französisch besetzt und die Pfalz gehörte auch mal zu Bayern. Dieses nationale internationale Sprachgewirr vermischt sich mit den Grenznahen Dialekten, erzeugte dann immer wieder neue Sprachen und so wuchs der Grundwortschatz in der Pfalz ins Unermessliche und man streitet sich schon mal, ob man das Eine nun So oder Anders ausspricht. Letztendlich versteht man sich aber, egal ob wir vom Norden, Süden oder Westen kommen, selbst die Mannheimer und Badener sprechen diesen Dialekt, auch da vermischen sich wieder Sprachen, je weiter östlich ins schwäbische, fränkische und dem Schwarzwälder Dialekt aus dem Süden.

Grundwörterbuch Pälzisch

Wörterbuch zur Story

uffbasse = aufpassen

glei = gleich

haww = habe

gsat = gesagt

awwer = aber

abbiesche = abbiegen

Sawwerlott = nedd schlecht

nedd schlecht = nicht schlecht

gedrummelt = getrommelt

sunschd verschdehn = sonst verstehen

 

 

 

nuff, nunner, niwwer = hoch, runter, darüber

dangschäh = danke schön

Neisschdad = Neustadt/Weinstrasse

Schbeier = Speyer am Rhein

 

Hunnsdunnerwedder = Fluchen

 

 

 

 

fern = für einen

soi = sein

 

Kukucksbähnel = Kukucksbahn, alte Pfälzer Eisenbahn mit Dampflock

hoggschd = hockst

annerie Rischdung = andere Richtung

hikumme = hinkommen

 

Erfeschdäh, Eschdel, Brädeschdäh = Erfenstein, Esthal, Breitenstein Ortschaften in der Pfalz

 

 

 

 

 

 

 

 

ämol = einmal

 

 

 

schunn = schon

 

 

 

 

 

hodd = haben, hat

 

 

 

froog = fragen

bled = blöd

glotzt = schauen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Forschdhaus = Forsthaus

 

 

 

 

gemolt = gemalt

erstigge = ersticken

iwwerlech=überlegen

zuriglaafe=zurücklaufen

wech=weg

Gaschstätt=Gaststätte

Schdäh=Stein

Bäh bamble=Beine baumeln

Iwung=Übung

gekraawelt=krabbeln

 

 

Neischdad=Neustadt

Landach=Landau

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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