Samos ist die schönste griechische Insel und liegt im östlichen Ägäischen Meer, nahe zur Türkei. Samos ist der Geburtsort des Mathematikers Pythagoras und des Philosophen Epikur und für den hier hergestellten süßen Muskatwein bekannt. Weinanbau, Olivenanbau haben eine lange Tradition, der Tourismus ist gut ausgebaut, aber insgesamt noch ruhig und gemässigt...weiter

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Der Ring des Polykrates ist eine im Juni 1797 geschriebene und im Musen-Almanach fuer das Jahr 1798 zuerst erschienene beruehmte Ballade Friedrich Schillers. Sie behandelt das Thema, dass groesster Erfolg umso mehr ein gewisser tiefen Sturz befuerchten laesst.

 


Der Ring des Polykrates

Er stand auf seines Daches Zinnen,

Er schaute mit vergnuegten Sinnen

Auf das beherrschte Samos hin.

»Dies alles ist mir untertaenig«,

Begann er zu aegyptens Koenig,

»Gestehe, dass ich gluecklich bin.«


»Du hast der Goetter Gunst erfahren!

Die vormals deinesgleichen waren,

Sie zwingt jetzt deines Szepters Macht.

Doch einer lebt noch, sie zu raechen,

Dich kann mein Mund nicht gluecklich sprechen,

Solang des Feindes Auge wacht.«


Und eh der Koenig noch geendet,

Da stellt sich, von Milet gesendet,

Ein Bote dem Tyrannen dar:

»Lass, Herr! des Opfers Duefte steigen

Und mit des Lorbeers muntern Zweigen

Bekraenze dir dein festlich Haar.


Getroffen sank dein Feind vom Speere,

Mich sendet mit der frohen Maere

Dein treuer Feldherr Polydor -«

Und nimmt aus einem schwarzen Becken,

Noch blutig, zu der beiden Schrecken,

Ein wohlbekanntes Haupt hervor.


Der Koenig tritt zurueck mit Grauen:

»Doch warn ich dich, dem Glueck zu trauen«,

Versetzt er mit besorgtem Blick.

»Bedenk, auf ungetreuen Wellen,

Wie leicht kann sie der Sturm zerschellen,

Schwimmt deiner Flotte zweifelnd Glueck.«


Und eh er noch das Wort gesprochen,

Hat ihn der Jubel unterbrochen,

Der von der Reede jauchzend schallt.

Mit fremden Schaetzen reich beladen,

Kehrt zu den heimischen Gestaden

Der Schiffe mastenreicher Wald.


Der koenigliche Gast erstaunet:

»Dein Glueck ist heute gut gelaunet,

Doch fuerchte seinen Unbestand.

Der Kreter waffenkundge Scharen

Bedraeuen dich mit Kriegsgefahren,

Schon nahe sind sie diesem Strand.«


Und eh ihm noch das Wort entfallen,

Da sieht mans von den Schiffen wallen,

Und tausend Stimmen rufen: »Sieg!

Von Feindesnot sind wir befreiet,

Die Kreter hat der Sturm zerstreuet,

Vorbei, geendet ist der Krieg.«


Das hoert der Gastfreund mit Entsetzen:

»Fuerwahr, ich muss dich gluecklich schaetzen,

Doch«, spricht er, »zittr ich fuer dein Heil.

Mir grauet vor der Goetter Neide,

Des Lebens ungemischte Freude

Ward keinem Irdischen zuteil.


Auch mir ist alles wohlgeraten,

Bei allen meinen Herrschertaten

Begleitet mich des Himmels Huld,

Doch hatt ich einen teuren Erben,

Den nahm mir Gott, ich sah ihn sterben,

Dem Glueck bezahlt' ich meine Schuld.


Drum, willst du dich vor Leid bewahren,

So flehe zu den Unsichtbaren,

Dass sie zum Glueck den Schmerz verleihn.

Noch keinen sah ich froehlich enden,

Auf den mit immer vollen Haenden

Die Goetter ihre Gaben streun.


Und wenns die Goetter nicht gewaehren,

So acht auf eines Freundes Lehren

Und rufe selbst das Unglueck her,

Und was von allen deinen Schaetzen

Dein Herz am hoechsten mag ergoetzen,

Das nimm und wirfs in dieses Meer.«


Und jener spricht, von Furcht beweget:

»Von allem, was die Insel heget,

Ist dieser Ring mein hoechstes Gut.

Ihn will ich den Erinnen weihen,

Ob sie mein Glueck mir dann verzeihen.«

Und wirft das Kleinod in die Flut.


Und bei des naechsten Morgens Lichte,

Da tritt mit froehlichem Gesichte

Ein Fischer vor den Fuersten hin:

»Herr, diesen Fisch hab ich gefangen,

Wie keiner noch ins Netz gegangen,

Dir zum Geschenke bring ich ihn.«


Und als der Koch den Fisch zerteilet,

Kommt er bestuerzt herbeigeeilet

Und ruft mit hocherstauntem Blick:

»Sieh, Herr, den Ring, den du getragen,

Ihn fand ich in des Fisches Magen,

O, ohne Grenzen ist dein Glueck!«


Hier wendet sich der Gast mit Grausen:

»So kann ich hier nicht ferner hausen,

Mein Freund kannst du nicht weiter sein.

Die Goetter wollen dein Verderben,

Fort eil ich, nicht mit dir zu sterben.«

Und sprachs und schiffte schnell sich ein.


 

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